Mitten im Leben - Gemeindebasierte Rehabilitationsmaßnahmen für Kinder mit Behinderungen

Förderzeitraum: Oktober 2013 bis Dezember 2016
Guatemala: Entwicklung durch InklusionMenschen mit Behinderung werden in Guatemala unzureichend gefördert. Sie sind vom öffentlichen Leben und der Gesellschaft größtenteils ausgeschlossen und werden häufig diskriminiert. Die soziale Stigmatisierung von Menschen mit Behinderung ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass ein Großteil der Bevölkerung körperliche und geistige Behinderungen mit Magie oder göttlicher Missgunst verbindet.
Familienangehörige haben kaum spezielle Kenntnis im Umgang, der Pflege und Förderung ihrer Verwandten. Zudem gibt es wenig Fachpersonal. So werden Behinderungen oft falsch diagnostiziert und die Menschen leiden infolge ihrer Behinderung an erheblichen Gesundheitsproblemen.
In dem Projekt wurde der Zugang zu Bildung, Förder- und Rehabilitationsmaßnahmen für 400 Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in 20 Gemeinden der Bezirke Jalapa und San Pedro Pinula nachhaltig verbessert. So erhalten sie Entwicklungsmöglichkeiten und können sich in ihren Gemeinden einbringen.

 

Studie im Projektgebiet

Im Rahmen einer Grundlagenstudie wurden Familien aus 20 Gemeinden im Projektgebiet interviewt. So konnten 410 Kinder – 171 Mädchen und 239 Jungen – erfasst werden, die mit Behinderungen leben. In den meisten Fällen hatten die Kinder körperliche Beeinträchtigungen, wie Hör- oder Sehbehinderungen. Auch wurden mittlere bis starke Lern- und Sprachschwierigkeiten und 18 Fälle von Trisomie 21 festgestellt.

 

Gemeindebasierte Rehabilitationsmaßnahmen für Kinder mit BehinderungenEinrichten von Rehabilitationszentren

In Kooperation mit der örtlichen Gesundheitsbehörde und lokalen Gemeinderäten wurden die neun Gemeinden bestimmt, in denen Förder- und Rehabilitationszentren entstehen sollen. Entscheidend für die Auswahl waren vor allem die Anzahl der Kinder mit Behinderungen in den jeweiligen Gemeinden und die Entfernung zu ihren Haushalten. In den Rehabilitationszentren wurden jeweils zwei bis vier Räumlichkeiten von circa 60 bis 80 Quadratmetern für die Kinder zur Verfügung gestellt. Eine Basisausstattung für die neun Zentren wurde ebenfalls eingekauft. Sie umfasst unter anderem Matten, Reha-Betten sowie unterschiedliche Geräte für die Physiotherapie, wie Gehbarren, Bewegungstrainer und Laufbänder. Außerdem wurden Spiele und Materialien für die Sprachförderung sowie Rollstühle, Gehstützen, Blindenstöcke und Schreibtafeln angeschafft. In Zusammenarbeit mit ASCATED, dem lokalen Organisationspartner, wurden Arbeitshandbücher für die Förderzentren erstellt. Sie beschreiben die Therapien und Rehabilitationsmaßnahmen für Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen.

 

Respekt, Inklusion und Teilhabe fördern

Für Workshops und Behörden wurden 5.000 Broschüren und 2.000 Poster produziert. Sie machen auf die soziale Stigmatisierung von Menschen mit Behinderungen aufmerksam. Für Angehörige des Gesundheitsministeriums und der Schulbehörde wurden Koordinierungstreffen veranstaltet. Ziel dieser Treffen war es, die Zusammenarbeit bei der sozialen Inklusion von Kindern mit Behinderungen zu verbessern. Ebenso informierten drei Radiosendungen über Inklusion und gemeindebasierte Rehabilitation.

Im Projektgebiet San Pedro Pinula fanden bis Juni 2014 bereits vier Schulungen für Eltern und Pflegekräfte statt. Die Schulungen informierten zu den Rechten von Menschen mit Behinderungen, über die verschiedenen Arten von Behinderungen und zu den Inhalten von gemeindebasierter Rehabilitation. Es wurden die besondere Rolle der Gemeinde thematisiert und die Bedeutung der Familie für die Entwicklung der Kinder. Allen Teilnehmenden wurde bewusst, dass Kinder und Jugendliche mit Behinderungen besser in das gesellschaftliche Leben integriert und gefördert werden müssen.

Workshops für Schülerinnen und SchülerIn Zusammenarbeit mit der Bildungsbehörde in Jalapa wurden in 20 Schulen des Projektgebietes Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler durchgeführt. 900 Kinder mit und ohne Behinderungen erfuhren, wie sie voneinander lernen und Kinder mit Behinderungen in der Schule stärker unterstützen können. Spielerisch wurden dabei Berührungsängste und Vorurteile abgebaut und die sozialen Kompetenzen der Kinder gestärkt. Eltern begleiteten die Veranstaltungen.

Die zehnjährige Alizandra lebt mit einer Sehbehinderung. Vor über einem Jahr nahmen ihre Eltern sie von der Schule, weil andere Kinder sie stark ausgegrenzt und gehänselt hatten. Zudem befürchteten die Eltern, dass ihre Tochter sich aufgrund der Sehstörung auf dem Schulweg verletzten könnte. Nach der Schulungsmaßnahme im Rahmen dieses Projekts
ist Alizandra an ihre Schule zurückgekehrt. Ihre Mitschülerinnen und Mitschüler binden sie nun in ihre Spiele ein und begleiten sie auf dem Schul- und Nachhauseweg.

 

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Fotos: Plan / Vanessa Lerch

 

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Aktuelle Kommentare

  • 05.02.2017 09:25
    Schön finde ich, dass man für dieses Set aus vielen Kombis wählen kann. Damit ist es nicht ...

    Weiterlesen...

     
  • 22.01.2017 11:57
    Auf den Seiten zweier Projekte (El Salvador und Guatemala) sind ja jetzt auch Videos. Tolle ...

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  • 22.12.2016 20:25
    Schoene Seite :-) Gute Ideen. Da findet jeder eine Möglichkeit, das Gute mit dem Nützlichen ...

    Weiterlesen...

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